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BeitragVerfasst: So 6. Nov 2011, 14:34 
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Registriert: So 23. Okt 2011, 15:54
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Sind es wahlkampftaktische Überlegungen, die Teile der CDU dazu bewegen sich auf einmal doch des Themas Mindestlohn anzunehmen?

Dazu ein paar Fakten



Zitat:
So umstritten die einzelnen Argumente sind, so unumstritten ist die Faktenlage: In der Bundesrepublik gibt es ein Heer von Niedriglöhnern. Laut einer Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung bekommen 1,2 Millionen Deutsche einen Stundenlohn von weniger als fünf Euro. Fünf Millionen Menschen verdienen immerhin weniger als 8,50 Euro pro Stunde.

Selbst wer zu den besserverdienenden Niedriglöhnern gehört, also 8,50 Euro pro Stunde verdient, hat kein Geld zum Prassen. Mehr als 1500 Euro kommen bei einem solchen Stundenlohn pro Monat nicht zusammen. Brutto wohlgemerkt. Netto bleiben bei einem Single nur gut tausend Euro übrig.


Hier die Realität, sehr erhellend bzgl. der eventuellen Höhe eines Mindestlohnes



Zitat:
Stephanie Oliveira ist dann nicht zu Hause ausgezogen. Sie überweist stattdessen 200 Euro an ihre Eltern für die Wohngemeinschaft, die sie aus eigener Kraft nicht verlassen kann.

"Mein Gehalt sinkt, aber die Arbeit bleibt die gleiche"

Heute ist sie froh darüber, denn ihre Glückssträhne endete. Aus den knapp acht Stunden pro Tag machte die Wisag erst sechs, dann fünf, jetzt sind es nur noch dreieinhalb Stunden Arbeit, so steht es in ihrem neuen Vertrag.

"Die kürzen die Stellen, wie sie es gerade brauchen", sagt Oliveira, "mein Gehalt sinkt, aber die Arbeit bleibt die gleiche." Sie hat ihren Chefs ihre Situation erklärt, sie hat ihnen erzählt, wie gut sie sich inzwischen auskennt bei ThyssenKrupp, dass sie neue Kollegen eingelernt hat, immer mehr schaffen kann, weil sie Erfahrung hat. "Aber das interessiert sie nicht." So erzählt es die junge Frau. "Ich habe keine Chance."


Die gleiche Erkenntnis bei Anne Will



Ich bin der Meinung, dass gezahlter Lohn für Vollzeittätigkeit es ermöglichen sollte, davon leben zu können.
Das ist bei der derzeitig angedachten Höhe in vielen Regionen der Bundesrepublik sicherlich nicht der Fall.
In obiger Sendung wurde auch so ein Beispiel aufgeführt, eine Floristin, Filialleiterin eines Blumen-Ladens, die, wenn ich mich richtig erinnere, 9,30 brutto erhält, sind ca. 1000,-- € netto.
Das reicht ihr gerade so zum Leben, Betonung auf gerade so. Alles Übrige, was sie sich zusätzlich leisten möchte, dafür muss sie zusätzlich in einem Minijob schuften.
Ist das erstrebenswert bzw. sollte das so sein?

ab 27:43 genanntes Beispiel.

Das ist die Realität, und darüber sollte man nachdenken.
Zumal solcherart erlebte Realität unmittelbare Auswirkungen auf solche Dinge, wie Familienplanung etc. pp. hat.

Fazit:
Man muss sich wirklich nicht wundern, dass diese Republik den Bach runter geht, im wahrsten Sinne des Wortes.

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Hundert Worte, die den Verstand beeindrucken, wirken nicht so tief, wie ein einziges Wort, das das Herz berührt.(Thyde Monnier )


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Verfasst: So 6. Nov 2011, 14:34 




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BeitragVerfasst: So 6. Nov 2011, 15:12 
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Registriert: So 23. Okt 2011, 15:54
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Aha ..., eine wohltuend anders lautende Stellungnahme aus dem Einheitsbrei unserer Medienlandschaft



Ein Auszug:
Zitat:
.... Noch nicht untersucht wurden die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen. Wenn sich die Beschäftigung durch Mindestlöhne aber nicht verringert, werden sie vermutlich sehr positiv ausfallen. Die Konsumnachfrage erhöht sich infolge der höheren Löhne, Beschäftigte werden weniger Sozialhilfe zu ihrem Einkommen brauchen und es werden mehr Steuern und Sozialversicherungsbeiträge gezahlt.

Offensichtlich müssen wir eine zunehmende Ungleichheit der Löhne aufgrund ökonomischer Sachzwänge nicht hinnehmen, wie es jahrelang gepredigt wurde. Es gibt wirtschaftlich machbare Alternativen zu einer wachsenden Spaltung der Gesellschaft in Arm und Reich. Natürlich haben gerechtere Gesellschaften auch ihren Preis. Es muss mehr in Bildung und Innovation investiert werden, damit die Produktivität auch stimmt. Solche Investitionen zahlen sich aber aus. Sie sind die Voraussetzung für sozialen Frieden und nachhaltiges Wachstum. ....

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BeitragVerfasst: Mi 9. Nov 2011, 20:40 
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Registriert: Sa 22. Okt 2011, 14:55
Beiträge: 69
onlyme hat geschrieben:
Aha ..., eine wohltuend anders lautende Stellungnahme aus dem Einheitsbrei unserer Medienlandschaft



Ein Auszug:
Zitat:
Offensichtlich müssen wir eine zunehmende Ungleichheit der Löhne aufgrund ökonomischer Sachzwänge nicht hinnehmen, wie es jahrelang gepredigt wurde. ....


Nein, ganz offensichtlich müssen wir das nicht. Leider finde ich die schöne Karte nicht, die in den Medien gezeigt wurde. Mindestlohn gibt es überall rund um uns herum, sofern flächendeckende, darüber liegende Tarifverträge (s. skandinavische Länder) ihn nicht vom Wirkungsprinzip ersetzen.

Es ist nicht einmal annähernd für mich nachvollziehbar, wieso man daraus überhaupt einen Diskussionspunkt gegen Mindestlöhne machen kann. Das muss irgendwo wohl eine Errorschleife im Kopf sein ... eine Art Fehlfunktion. Es bietet gleichermaßen Sicherheit für AG und AN, denn es macht die Kosten transparent, kalkulierbar, äh, wie beim Rest auf der Landkarte auch. Und das ohne, von irgend jemanden "- durch Trick 17 der Personalpolitik -" unterboten werden zu können.

Daran kann man nur festhalten wollen, wenn man sich global einen Sonderstatus sichern möchte, bei dem jedoch bei langfristiger Betrachtung automatisch eine Gegenkraft entstehen müsste, vermutlich auch wird. Wenn bspw. Europa dafür steht, an einem Strang zu ziehen ... nun, dann mogelt man sich mit der Außenseiterrolle nur für einen temporären Zeitraum durch.


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BeitragVerfasst: Do 10. Nov 2011, 14:55 
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Registriert: So 23. Okt 2011, 15:54
Beiträge: 44
rosiweissnix hat geschrieben:
Nein, ganz offensichtlich müssen wir das nicht. Leider finde ich die schöne Karte nicht, die in den Medien gezeigt wurde. Mindestlohn gibt es überall rund um uns herum, sofern flächendeckende, darüber liegende Tarifverträge (s. skandinavische Länder) ihn nicht vom Wirkungsprinzip ersetzen.

Es ist nicht einmal annähernd für mich nachvollziehbar, wieso man daraus überhaupt einen Diskussionspunkt gegen Mindestlöhne machen kann. Das muss irgendwo wohl eine Errorschleife im Kopf sein ... eine Art Fehlfunktion. Es bietet gleichermaßen Sicherheit für AG und AN, denn es macht die Kosten transparent, kalkulierbar, äh, wie beim Rest auf der Landkarte auch. Und das ohne, von irgend jemanden "- durch Trick 17 der Personalpolitik -" unterboten werden zu können.

Daran kann man nur festhalten wollen, wenn man sich global einen Sonderstatus sichern möchte, bei dem jedoch bei langfristiger Betrachtung automatisch eine Gegenkraft entstehen müsste, vermutlich auch wird. Wenn bspw. Europa dafür steht, an einem Strang zu ziehen ... nun, dann mogelt man sich mit der Außenseiterrolle nur für einen temporären Zeitraum durch.


Das Aktuellste, was ich dazu gefunden habe


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BeitragVerfasst: Do 10. Nov 2011, 16:05 
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Registriert: Sa 22. Okt 2011, 14:55
Beiträge: 69
onlyme hat geschrieben:
Das Aktuellste, was ich dazu gefunden habe

Danke ;)

Doch der Sender hatte es irgendwie umgekehrt dargestellt ... Es blieben übrig, Deutschland und eine Bananenrepublik, das war irgendwie wesentlich beschämender ... deutlicher ... klarer. Trotzdem danke ... passt ja schließlich hier her :)

Lieben Gruss
rosi


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