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BeitragVerfasst: Sa 5. Nov 2011, 01:42 
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... und so eröffne ich wieder mal einen neuen Thread, nachdem ja das Gespräch über Bücher und den Buchmarkt insgesamt beim Spiegel bislang schon manchmal zum Ärgernis wurde (in dessen Folge ich meinen Ur-Nick "Muffin Man" auch löschen ließ) -
nun scheinen ja nicht wenige Leser immer noch mit dem zufrieden zu sein, was ihnen so auf dem Markt geboten wird...
Die Suche nach dem treffenden Ausdruck ist eine durchaus anspruchsvolle Aufgabe, und letztlich beeinfluß dies Ringen nach Worten auch unser Denken, weil zwei mögliche Formulierungen eben von unterschiedlichen Begriffen, die beim Leser konnotiert werden, begleitet werden, so daß es schwierig ist, genau jene Rezeptionsbereitschaft zu treffen, die dem literarischen Gesamtwerk ein genaueres Abbild der Absichten liefert.

In der Trivialliteratur ist dies alles viel einfacher, weil ja hauptsächlich die "Handlung" im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht. Und so streben Verlage danach, Autoren Bücher schreiben zu lassen, die keine großen Ansprüche ans Lesepublikum stellen, denn gelesen (und weiterempfohlen) wird, was vergnüglich scheint, kurzweilig, spannend, verfilmbar.
Was der Literatur insgesamt abhandenzukommen scheint, ist das Denken. Denken sollen Autor und Protagonist allein "zielführend": Zu wenige Leser wollen das Zögern, Verwerfen von Gedanken, Zweifel und dergleichen mehr vorgelegt bekommen, nicht beim Romanpersonal und erst recht nicht beim Autor selbst. Der Buchmarkt verlangt den blitzschnell entschlossenen Charakter als Identifikationsfigur... wie verlogen das alles ist! Und wie verlogen die Romane, die unsere gesellschaftliche Gegenwart in Wort fassen sollen!

Dabei sind doch die schönsten Romane der Literaturgeschichte jene, in denen der Mensch irrt, so lang er strebt! Und während Ratlosigkeit in eine (zunehmend störungsanfällige) Monokultur verwandelt, entbehren die Bücher, die da unermüdlich für immer kürzer währende Fristen, in denen sie Kunden zugreifen lassen sollen, zunehmend an Sinngehalt. Man muß schon froh sein, wenn bisweilen ein Verlag wiederentdeckt.
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Verfasst: Sa 5. Nov 2011, 01:42 




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